„Wintermärchen“ – Ein Benefiz­konzert zu Gunsten des dt. Kinder­hospizvereins

Kölnische Rundschau vom 07.11.2015
RKB-LOK

Zuhörer hatten Gänsehaut

Von Eva Müller

Bedburg. Die Opernsängerin Angelika Wied-Thöne aus Overath hatte in den Arkadenhof von Schloss Bedburg eingeladen, um ein Wintermärchen wahr werden zu lassen. Auch wenn draußen noch milde Temperaturen herrschten, erzeugte die klassische Musik Fantasiebilder von tanzenden Schneeflocken und gefrorenen Seen. Und das für einen guten Zweck. Der Eintritt zu dem Konzert war frei, Spenden erwünscht. So unterstützte Wied-Thöne zum vierten Mal den Deutschen Kinderhospizverein, der in diesem Jahr sein 25. Bestehen feiert.

Wintermärchen - Benefizkonzert

Die Musiker Hajime Umetani (Klavier), Mario di Nonno (Violine) und Zuzana Ermlová (Violoncello) gestalteten das Konzert der Mezzosopranistin Wied-Thöne mit. Sie berichtete, der Pianistin Hajime Umetani aus Japan sei bei der Anreise ein kleines Malheur passiert. Sie hatte ihre Kleidung für das Konzert im Zug vergessen. Umso herzlicher war der Applaus, als Umetani sich an den Flügel setzte. Sie eröffnete den Abend mit drei Stücken aus “Romeo und Julia”, der ersten Ballettmusik für russische Tänzer von Sergej Prokofjew. Fröhlich und schwungvoll begann das erste Stück. Die Finger der Pianistin flogen nur so über die Tastatur. Nach abrupten Tempowechseln endete der Auftritt mit sanften, nachdenklichen Klängen. Umetani erntete großen Applaus. Mario di Nonno aus Apulien betrat als Nächster die Bühne. Der preisgekrönte Geiger spielte die Sonate in g-Moll von Claude Debussy, in Begleitung von Umetani am Klavier.

Das Publikum lauschte gebannt, manche schlossen die Augen und ließen sich von der Musik davontragen. Auch die Cellistin Zuzana Ermlova beherrschte ihr Instrument virtuos. Begleitet von di Nonno spielte sie ein Duo in D-Dur von Carl Stamitz. Nicht zuletzt war es aber die Gastgeberin Wied-Thöne, die die Zuhörer mit ihrem Gesang verzauberte. Bei den “Four Shakespeare Songs” von Erich Wolfgang Korngold füllte ihr Mezzosopran den ganzen Saal aus, sodass einem Konzertbesucher ein anerkennender Pfiff entfuhr. Die starke Stimme der Sängerin rief bei manchen Gänsehaut hervor. Nach Werken von Rachmaninow, Händel und Offenbach ging der anspruchsvolle Konzertabend zu Ende.

Deutscher Kinderhospizverein

Konzertplakat “Wintermärchen”

Zurück