25 jähriges Bestehen des dt. Kinderhospizvereins

In diesem Jahr, am 10. Februar, feierte der Deutsche Kinderhospizverein e.V. sein 25-jähriges Jubiläum mit einer festlichen Gala im Stadtsaal in Olpe mit über 700 Gästen, Mitgliedern und Betroffenen. Da ich im vergangenen Jahr zwei klassische Konzerte zu Gunsten des Deutschen Kinderhospizvereins im Schloss Bedburg veranstaltet habe, war es für mich eine besondere Freude zu diesem Anlass singen zu dürfen.

Als ich vor 1 1/2 Jahren meinen Sohn Titus geboren habe, war das Thema Kind für mich ein vollkommen neues Feld. Da ich immer den Wunsch verspürte mit meiner Stimme Menschen nicht nur zu erfreuen, sondern auch einen tieferen Sinn zu finden, kam mir der Gedanke, Benefizkonzerte zu veranstalten. Mit einem gesunden Sohn war es mir ein Bedürfnis dies für eine Einrichtung zu tun, die erkrankten Kindern hilft.

Beim sogenannten "Googlen" bin ich sehr schnell auf den Dt. Kinderhospizverein gestoßen und da die Zentrale in Olpe beheimatet ist (was für uns sehr nahegelegen ist), bin ich kurzer Hand nach Olpe gefahren und habe meine Idee vorgestellt. Da der Verein von Anfang an begeistert nicht nur hinter, sondern auch neben mir stand, konnte ich mein Vorhaben schnell in die Tat umsetzen: Seit vergangenem Mai konnte ich zwei klassische Benefizkonzerte im Schloss Bedburg (bei Bergheim) veranstalten und werde mit weiteren Konzerten zu Gunsten des Dt. Kinderhospizvereins in diesem Jahr fortfahren.

Schirmherrin Angela Merkel

Grußwort der Schirmherrin Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Deutschen Kinderhospizvereins e.V.

Wenn Kinder so schwer erkranken, dass ihnen nur noch eine begrenzte Zeit gegeben ist, dann ist dies eine der härtesten Prüfungen für Familien. Um damit leben zu lernen, brauchen Eltern, Geschwister und natürlich die kranken Kinder selbst einfühlsamen Beistand. Sie sollen das letzte Wegstück gemeinsam gehen und voneinander Abschied nehmen können. Jeder einzelne unwiederbringliche Tag zählt, um füreinander da zu sein.

Diesem zutiefst menschlichen Anliegen widmet sich seit nunmehr 25 Jahre der Deutsche Kinderhospizverein. Er hat ein umfassendes Hilfsnetzwerk mit 20 ambulanten Kinder- und Jugendhospizdiensten und einer Kinderhospiz­akademie aufgebaut, die Familien in schwierigen Lebenslagen zur Seite stehen. Auch über den Tod eines Kindes hinaus bietet der Verein für die Hinterbliebenen wichtige Anlaufstellen. Hier können sich betroffene Familien austauschen und Hilfe zur Bewältigung ihres schweren Verlusts finden. Sie haben mit dem Kinderhospizverein zudem einen weithin gehörten Anwalt, der ihre Anliegen und Interessen gegenüber Politik und Gesellschaft vertritt.

All dies ist nur möglich, weil sich viele haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter großen menschlichen Herausforderungen stellen. Sie sind da, wenn sie gebraucht werden. Sie spenden Trost, sie leisten Fürsorge und geben Unterstützung. So schaffen Sie überaus wertvolle Momente für kranke Kinder und ihre Familien. Dafür danke ich allen Mitwirkenden von Herzen. Gerne habe ich die Schirmherrschaft über das Jubiläum des Deutschen Kinderhospizvereins übernommen. Ich wünsche Ihnen gelungene Feierlichkeiten, vor allem aber weiterhin viel Kraft und Gottes Segen.

Angela Merkel

Grußwort des Bundespräsidenten Joachim Gauck zum 25. Jubiläum des Deutschen Kinderhospizvereins e.V. am 10. Februar 2015 in Olpe

Sehr geehrte Mitglieder, Freunde und Förderer des Deutschen Kinderhospiz­vereins e.V.,

mein Glückwunsch zum Jubiläum ist mit einem großen Dank verbunden. Vor 25 Jahren haben sechs Familien die Idee der Hospizversorgung für Kinder und ihre Angehörige in Deutschland heimisch gemacht. Was damals ein Novum war, ist zu einem bewährten Netzwerk der Hilfe in unserem Land geworden. Mehr als zwanzig Hospizdienste arbeiten in der Trägerschaft Ihres Vereins. Auch Jugendliche und Erwachsene finden bei Ihnen Unterstützung – Menschen, die vielleicht nur noch Wochen oder Monate, vielleicht auch einige Jahre zu leben haben.

Wenn der Tod so früh im Leben unausweichlich wird, bleibt die Gesellschaft oft sprachlos, und Eltern, Großeltern, Geschwister der Erkrankten sind mit ihren Sorgen allein. Wie erklärt man einem Fünfjährigen, warum er mit Schläuchen und Apparaten verbunden ist? Wie tröstet man eine Schülerin, die weiß, dass sie viele große Erfahrungen des Lebens – den ersten Freund, das Abitur, die Familiengründung – nicht machen wird? Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kinderhospizvereins finden in solchen Momenten Worte. Mehr noch: Sie schaffen es, in der kostbaren Zeit so oft wie möglich das Leben und nicht das Sterben in den Mittelpunkt zu rücken. Sie geben Halt und Hilfe. Sie begleiten Familien durch ihren fordernden Alltag bis in die schwersten Stunden.

Und Sie sind auch nach dem Abschied noch da, um Trost zu geben. Unzählige Angehörige haben durch Sie gelernt, loszulassen und nach aufwühlenden Zeiten wieder zur Ruhe zu finden.

Wer in solchen Grenzsituationen für andere stark ist, braucht großes Einfühlungsvermögen und die Bereitschaft zur Nächstenliebe. Und er braucht Sachkenntnis über komplexe Themen wie Psychologie und Palliativmedizin. Für diese anspruchsvollen Aufgaben hat der Kinderhospizverein viel Expertise gesammelt und bildet seine Aktiven selbst aus. Rund 800 Frauen und Männer verschenken ehrenamtlich ihre Zuwendung, vor allem ihre Kraft. Das ist unbezahlte und unbezahlbare Zeit. Für dieses unvergleichliche Engagement danke ich Ihnen herzlich!

Das gute Zusammenspiel von Haupt- und Ehrenamt gehört sicher zu den großen Errungenschaften der vergangenen 25 Jahre. Weitere möchte ich würdigen: Ihre Angebote an der Deutschen Kinderhospiz-Akademie, Ihr Eintreten für die ambulante Versorgung, Ihre Mitwirkung in politischen Gremien und Ihr unermüdliches Wirken in der öffentlichen Debatte. In den vergangenen Monaten ist in Deutschland deutlich mehr als zuvor über das Sterben und unseren Umgang damit gesprochen worden. Das ist eine wichtige Entwicklung, und ich bin froh, dass auch in den Parlamenten so ernsthaft und ehrlich debattiert wird.

Ich wünsche mir, dass Aktive aus dem Hospizbereich – Aktive wie Sie – die Diskussion weiterhin bereichern und Ihre Erfahrungen einbringen. Denn es gibt wenige Menschen, die so überzeugend wie Sie vermitteln können, dass zu einem Sterben in Würde eine achtsame, fürsorgliche, verantwortungsbewusste Gemeinschaft gehört. 

Joachim Gauck

Bundespräsident Joachim Gauck

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